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Memories
(von Tatjana Jaggy)
LUDWIG du MARTZA
1999 - 2021

Am 15. April 1999 kam in Frankreich ein kleiner Fuchshengst zur Welt. Er war das fünfte Produkt seiner Mutter Aida du Martza und sein Vater war der gute Vererber Tarass Boulba.
 

In seiner einzigartigen Karriere mit 65 Siegen hat der ausdrucksstarke Hengst unzählige Turfisten in seinen Bann gezogen, ALLE kannten Ludwig und dieses Pferd prägte über viele Jahre den Trabrennsport in der Schweiz. Sein langjähriger Trainer Renaud Pujol spricht bis zum heutigen Tag ehrfürchtig vom «cheval de ma vie» - ja, das war er, König Ludwig eben.

Die Karriere von Ludwig im Detail zu beschreiben, mute ich mir gar nicht erst zu. Dazu bin ich zu wenig Journalist und könnte gar nicht die richtigen Worte finden. Aber ich habe ganz viele persönliche Erinnerungen an dieses einmalige Pferd und wenn ich an diese wunderschöne Zeit zurückdenke, füllen sich meine Augen heute noch mit Tränen. Tränen der Freude, Tränen des Glücks, Tränen der Ehrfurcht. Würde sich dieses Märchen in der heutigen Zeit wiederholen, hätte ich bestimmt unzählige Fotos und Filme auf dem Handy. Aber damals war eben noch eine andere Zeit, und darum sind die Erinnerungen im Herzen – und das kann man nicht digitalisieren, nur fühlen.

Es war immer eine grosse Ehre für mich, Ludwig am Wochenende im Training zu fahren. Das Beste, was mir jeweils passieren konnte war die Info des Trainers: geh direkt ins Paquis (das ist der Stall auf der anderen Seite des IENAs) und beginn dort. Ja, dort waren sie untergebracht, die «Schnellen, Guten, Braven»: Napster, Kelly James, L’Aventure, Polka du Martza, Quatuor du Martza, über die Zeit auch einige mehr, und eben auch Ludwig. Alle waren gut, alle waren toll zu fahren im Training, mit allen musste man sich der grossen Verantwortung bewusst sein, für alle bekam ich das Vertrauen. Aber der Speziellste war halt eben «le Chef», Ludwig! Putzen und parat machen, das war nicht so sein Ding. Nur mit einer ganz feinen Bürste oder am liebsten nur mit einem Frottiertuch durfte man in putzen. Und ihn mit Geschirr und Zaum parat machen, musste schnell gehen. Er liebte das Training und war stets ungeduldig, bis es endlich los ging. Einmal unterwegs, war es dann einfach nur toll. Immer unter der Voraussetzung, dass man allen Traktoren aus dem Weg ging...! Am liebsten war er mit seinen Stuten unterwegs – er beschützte sein Harem fortlaufend – und hat uns damit manchen Lacher beschert. Seinen Bruder Quatuor hingegen mochte er gar nicht, da war wirklich Aufpassen angesagt.

65 Siege, dazu noch über 50 Platzierungen – so oft begeisterte mich dieses Pferd mit seinem wahnsinnigen Endspurt und seinem eisernen Siegeswillen. Die Ohren auf der letzten Zielgerade in Genick gelegt, kämpfte er bis zum Zielstrich. Ich kann nicht für andere schreiben oder reden, aber für mich selbst kann ich sagen:

Danke Ludwig für all die wundervollem Momente, die du mir persönlich gegeben hast. Ich werde dich nie, nie, nie vergessen.

Tatjana

Die Rennen waren sein Leben: Ludwig du Martza

Foto: horseracing.ch

Ludwig du Martza – 2021 im Paquis, kurz bevor er verstarb

Foto: Scarlett Schär

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